Angst vor permanenter Sehtrübung

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu in diesem Forum und hoffe, dass mir jemand Antworten auf meine wirklich drängenden Fragen geben kann.
    Bei mir wurde vor 3 Tagen Uveitis im linken Auge festgestellt. Begonnen hat es mit einem schwarzem Punkt im Sichtfeld,
    den ich erstmals nicht großartig als Problem angesehen habe. Zwei Tage später hab ich dann
    an der Bushaltestelle festgestellt, das meine Sicht auf dem linken Auge getrübt ist. Also ob man im Nebel steht oder in einer
    Wolke. In der darauffolgenden Nacht hat das Auge dann angefangen zu schmerzen und ich war extrem lichtempfindlich.


    Am nächsten Tag bin ich dann zum nächstgelegenen Krankenhaus gefahren und dort wurde die Diagnose erstellt. Uveitis, Ent-
    zündung im inneren Auge. Das ist leider auch schon alles was ich weiß. Nachdem ich mich ein bisschen schlau gemacht habe
    weiß ich nun, dass es verschiedene Formen der Uveitis gibt und die Krankheit chronisch und akut verlaufen kann. Was ich im
    Internet gelesen habe, macht mir Sorgen und ich habe wirklich Angst davor mit 27 Jahren auf einem Auge zu erblinden. Ich
    weiß natürlich, dass man sich mit so einer Internetrecherche unglaublich verrückt machen kann, aber ich kann einfach nicht
    abschalten, seit ich Pandoras Box geöffnet habe ;)


    Der Arzt hat mir zwei verschiedene Augentropfen verschrieben, von denen ich nicht genau weiß was deren Inhaltsstoff ist. Ich vermute
    Cortison und ein Betäubungsmittel für die Linse. Meine Pupille ist seit ich diese nehme ständig geweitet und ich kann neben der
    getrübten Wahrnehmung nichts Nahes mehr fokussieren. Wenn ich mein gutes, rechtes Auge zuhalte und versuche eine Zeitschrift
    zu lesen, muss ich diese eine ganze Armlänge von mir weghalten und es ist selbst dann noch schwer den Text zu lesen. Der Arzt sagte, dass
    die Weitsichtigkeit normal sei, da wie gesagt die Augentropfen die Linse paralysieren.
    Nachdem ich die Augentropfen einen Tag genommen habe sind alle Schmerzen verschwunden, die Sehtrübung ist jedoch geblieben. Speziell
    am Morgen nach dem Aufstehen ist die Trübung stärker als tagsüber.


    Ich wäre sehr beruhigt, wenn jemand bestätigen könnte, das die Augentropfen, die ich verschrieben bekommen habe neben der Betäubung auch
    eine Sehtrübung verursachen können und mein derzeitiger Zustand auf die Behandlung der Entzündung zurückführbar ist.


    Für die nächsten drei Wochen muss ich folgende Augentropfen stündlich nehmen:


    Maxidex 0,1%
    Dexamethasone


    ... und diese 3-mal täglich:


    Isopto Homatropine 2,0%
    Homatropine


    Ich habe auch gelesen, dass Cortisonaugentropfen einen grauen Starr verursachen können und bin gerade hin- und hergerissen
    die Augentropfen abzusetzen, da die Rötung und Schmerzen in den Augen verschwunden sind.


    Ich befinde mich derzeit für ein Auslandsjahr in Australien und mein nächster Arzttermin ist erst in zwei Wochen. Das macht das ganze
    natürlich nicht einfacher. Mein zweites Semester hat gerade begonnen und ich kann mich auf nichts anderes mehr konzentrieren. Ich laufe
    in der Wohnung auf und ab und komm einfach nicht zur Ruhe, da ich mir ständig Gedanken über diese Krankheit mache.


    Ich hoffe mir kann hier jemand einen Ratschlag geben.


    Viele Grüße


    Markus

  • Lieber Markus...


    Die Weitstellung der Pupille lindert auf jeden Fall die Schmerzen und führt ohne Zweifel zu einer Sehverschlechterung. Die Frage ist aber, ob das von Nöten ist die Pupille rund um die Uhr weit zu tropfen. Ich habe nun seit einem Jahr einen Schub und seit dem diese lästige Uveitis. Ich bin in Behandlung in Münster im Uveitiszentrum. Wenn der vordere Berich des Auges betroffen ist brauche ich nur Nachts die Pupille weit tropfen und bin morgens wieder fahrtauglich. Mein Hausaugenarzt (er sucht schon einen Praxisnachfolger) hat mich auch schon mal übertriebener Weise sechs Wochen mit weitgestellten Pupillen "lahmglegt".


    Eine Trübung der Augen (bei mir sind Beide betroffen) habe ich aber trotzdem, da ich sehr starke Makulaödeme auf beiden Augen habe. Die Trübung ist immer Morgens schlimmer als abends, stärker nach körperlichen Belastungen, Chips oder Alkoholgenuss. Auf letzteres verzichte ich nun ganz.


    Cortison habe ich mittlerweile schon gefühlt Literweise in die Augen "gekippt". Bis jetzt ohne Komplikationen. Setze jene bloss nicht spontan ab!!! Du riskierst ein noch stärkeres Aufflammen der Uveitis. Diese Augentropfen müssen ausgeschlichen werden!!!


    Ich habe Rheuma was die Ursache meiner Uveitis ist. Zeitweilig konnten Rheumamedikamente helfen! Was ist mit Dir , hast Du schon Ursachenforschung betrieben? Meistensfalls ist die Uveitis keine eigenständige Erkrankung sondern ein Symptom! Ein guter Augenarzt müsste Dich weiterschicken zur Ursachenforschung!!! Wärst Du in Deutschland könnte ich Dir Münster nur empfehlen, gibt es in Australien Uveitiszentren?? Forsche es Dir nach.


    Ich bin 36 Jahre alt , verheiratet und habe zwei Kinder. Ich sichere mit meiner Vollzeitstelle das Familieneinkommen, daher kann ich Deine Unruhe und Ängstlichkeit gut nachvollziehen. Was passiert wenn ich mal Berufsunfähig bin, wer versorgt dann meine kleinen Kinder und so weiter....


    Nunja, ein Uveitisjahr ist nun schon vergangen und bis jetzt sind noch keine existensbedrohenden Ereignisse eingetreten. Ich habe Cortisonimplantate vor ca vier Wochen erhalten, jene schlagen ganz gut an!


    Lieber Markus hat man bei Dir schon mal ein OCT gemacht?! Da kann man Makulaödeme gut sehen. Wende Dich am Besten an ein Universitätskrankenhaus oder Uveitiscentrum."Normale" Ärzte kennen sich mit dieser Erkrankung nicht gut aus!


    Gute Besserung und Viel Erfolg wünscht Dir Ina

  • Lieber Markus,


    keine Panik! So schnell erblindet man nicht...


    Ich hab die UVEITIS nun bald 3 Jahre und tröpfle immer noch 1 x Tag (oder auch mal alle zwei Tage) Kortisontropfen. Immer, wenn ich das "Ausschleichen" endlich auf Null gebracht hatte, kam nach einer Woche der Rückfall. Also lebe ich eben mit den Tropfen und das geht ganz gut!


    Das "Aufreissen" der Pupille mache ich nur in akuten Phasen und nur nachts über mit (also Tropfen vor dem Einschlafen). Schließlich muss ich arbeiten und die Sehverschlechterungen mit den Tropfen sind zwar nur vorüber gehend, aber doch einschränkend.


    Ich wünsche dir alles Gute! Schau ab und an mal hier rein, das Forum wird gewiss auf Dauer auch etwas belebter...

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