Probleme mit privater Zusatzversicherung

  • Hallo Zusammen!


    Da es sich bei meinem "Problemchen" nicht um ein Problem mit gesetzlichen Kassen o.ä. handelt (also "Sozialrecht"), schreibe ich das ganze mal in dieser Gruppe nieder. Ich hoffe, dass der Beitrag hier richtig ist.


    Ich bin neu hier, daher hier ein paar Worte zu meiner Uveitis-Geschichte.


    Ich habe seit 1996 eine intermediäre Uveitis. Dabei habe ich großes Glück, das sie sehr mild verläuft. Ich hatte bis jetzt weder Operationen nötig noch habe ich starke Sehkraftverluste zu beklagen.
    1996 war ich kurz in der Klinik zur Ergründung der Ursache, wobei glücklicherweise nichts entdeckt wurde.
    1997 hatte ich auf einem Auge über Nacht nur noch eine Sehkraft von 5 %. Es folgte ein einwöchiger Klinikaufenthalt, bei dem ich mit Cortison vollgepumpt wurde. Die Sehkraft erholte sich wieder. Alles gut. Seitdem gabe es keine Klinikaufenthalte mehr.


    Seitdem wurde ich jahrelang mit Prednison-Präparaten behandelt. Zwischendurch habe ich mal mit Ciclosporin behandelt - ohne große Erfolge.
    Vor ein paar Jahren durfte ich an einer Medikamentenstudie teilnehmen - mit tollem Erfolg. Nur wurde das Medikament letztendlich nicht für die Uveitis-Behandlung zugelassen...
    Vor 1 - 1/2 Jahren hatte ich Probleme mit einem Makulaödem. Nach Spritze unters und einer ins Auge stellte sich heraus, dass der Weg zum Glück wieder einmal Prednison in höherer Dosis bedeutet. Naja, kennt man ja schon, alles kein großes Problem.


    Wie man sehen kann gab es zum Glück nie größeren Anlass zur Besorgnis, auch die Krankenkasse kommt bei meiner Art der Uveitis (zumindest noch?!?) glimpflich davon. :)


    Jetzt zu meinem kleinen "Problem":
    Vor einiger Zeit dachte ich mir es wäre ja prima, mir mal eine private Zusatzversicherung für Krankenhausaufenthalte zu gönnen. Einfach für die Zukunft - man weiß ja nie, ob man sich nicht mal ein Bein bricht oder so, da hätte ich es schön gefunden, mir diesen Luxus zu gönnen. An einen Aufenthalt wg. meiner Augen hatte ich nicht einmal gedacht.
    Angemeldet bei der Krankenkasse - Uveitis der Ordnung halber angegeben - abgelehnt. Abgelehnt? Ich konnte es gar nicht glauben! Warum nur?!? ?(
    Klar habe ich eine chronische Erkrankung, aber die muss doch nicht zwangsläufig zu einem Krankenhausaufenhalt führen (dachte ich zumindest und hoffe ich auch weiterhin...). Ich rief also bei der Krankenkasse an um zu erfahren, ob es nicht irgendeine Möglichkeit für mich gibt, in den "Genuss" solch einer Zusatzversicherung zu kommen sagte man mir, Uveitis steht bei denen auf einer Liste und nach dieser Liste müssen sie gehen, wenn es um Annahme der Mitglieder geht. Ich bin also quasi "blacklisted".


    Das klingt vielleicht nach einem Luxusproblem - es hat mich aber geschockt. Wie gesagt: seit 1996 habe ich diese Uveitis und der Verlauf ist milde. Aber gegen solch eine "black list" der Krankenkasse konnte ich natürlich nicht argumentieren. Ich hätte aber im Traum nicht gedacht, dass die Uveitis-Erkrankung ein Totschlagargument werden könnte.


    Vielleicht verdränge ich einfach immer, dass es sich um eine unberechenbare chronische Erkrankung handelt, die ich da mit mir rumschleppe. Umso geschockter reagiere ich wahrscheinlich darauf, wenn man mir das so deutlich vor Augen führt... :S


    Hat hier vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder gibt es vielleicht Krankenkassen, die auch Uveitispatieten aufnehmen?


    Liebe Grüße und danke schon einmal für's Lesen und ggf. Antworten :)
    Sternschnuppe

  • Hallo Sternschnuppe,


    ich habe vor einem Jahr genau die gleiche Erfahrung gemacht. Wollte eine Zusatzversicherung abschließen, die mir den Zugang zur Homöopathie ermöglicht, habe brav meine chronischen Erkrankungen angegeben und wurde abgelehnt. Bei meinem Anruf wurde mir mitgeteilt, dass ich dafür Verständnis haben müsse, dass sie Leute mit chronischen Erkrankungen nicht aufnehmen, weil die Kosten für diese zu hoch seien und nicht kalkulierbares Risiko. Das gilt übrigens sogar für Depressionenen, also nicht nur für somatische Erkrankungen, abgesehen davon, dass man ja Körper und Geist nie getrennt betrachten sollte. Man kann es außerhalb der KK versuchen, aber da ist es genau das gleiche Problem, ich habe noch nicht von einer Versicherung gehört, die trotzdem chronisch Kranke aufnimmt, wenn sie auf der black list stehen. Lediglich meine Zahnzusatzversicherung habe ich durchbekommen, aber die kassieren auch wirklich genug von mir.


    Ich war damals auch erst mal kurz ziemlich sauer. Da hat man eine chronische Erkrankung, krebst rum und ist sowieso total benachteiligt, will dann etwas für sich tun und ganz normale Versicherungen abschließen und zack, wird man abgelehnt. Hier geht es einfach nur ums Geld und nicht um die Person, was aus Sicht der Versicherungen sogar noch verständlich ist, denn die sind ja nicht verpflichte wie die KK, uns zu nehmen. Und selbst bei den KK gibt es genug Berichte von chronisch Kranken, dass ihnen wegen ihrer Erkrankung nahegelegt wurde die Kasse zu verlassen.
    Ja, da bleibt mir immer mal wieder die Spucke weg, auch wenn ich bisher solche Erfahrungen zum Glück nicht machen musste. Trotzdem habe ich gegenüber meiner Kasse und meiner immensen Krankheitskosten schon immer ein schlechtes Gewissen. :wacko: Aber es nützt ja nichts.


    Ja, leider kann ich auch nicht mehr sagen. Denn man könnte natürlich einen höheren Beitrag aushandeln, aber der wäre einfach viel zu hoch, das lohnt dann nicht mehr. Am besten man hat solche Versicherungen, bevor man wirklich krank wird, aber als junger Mensch denkt man an sowas doch auch nicht immer gleich, v.a. nicht, wenn man noch in der Weiterqualifikation steckt.


    Also, abhaken und weitermachen.


    Lieben Gruß
    theechen

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