Kortison und verschwommenes Sehen?

  • Heute war ich ziemlich verunsichert, weil ich plötzlich relativ verschwommen sehe, aber da ich sonst gar keine Symptome habe, die auf eine Uveitis hindeuten könnten, glaube ich eigentlich, dass es eher an dem Kortisonstoß liegt, den ich aktuell machen muss. Ich habe diesen Effekt auch schon während einer akuten Uveitis gehabt, sobald ich die Kortisontropfen genommen habe, habe ich viel schlechter und verschwommener gesehen. Jedoch musste ich auch immer noch die Pupillenerweiterungstropfen parallel nehmen, die haben diesen Effekt ja auch. Aber ich meine auch einmal gelesen zu haben, dass die systemische Einnahme von Kortison auch kurzfristige Auswirkung auf die Sehschärfe haben könnte, finde diesen Hinweis aber leider nirgends mehr.


    Vielleicht weiß das ja jemand von euch zufällig? Da ich seit Januar ständig starke Rheuma-Schübe habe, die sich die letzten zwei Wochen so weit gesteigert haben, dass ich praktisch gar nicht mehr laufen konnte, nehme ich seit neun Tagen 50mg Prednisolon, also die fünffache Dosis, wie sonst. Blöd ist, dass ich Anfang nächste Woche in die Rheumaklinik eingewiesen werde, damit ich mal wieder auf die Beine komme, aber wie ich von meinem letzten Aufenthalt weiß, haben die eher wenig Ahnung von Uveitis und Co. Daher bin ich eben am Überlegen, was ich machen soll. Zu meiner Augenärztin schaffe ich es mobilitätsmäßig nicht mehr bis zur Einweisung und ohne sonstige Symptome von einer Uveitis finde ich es auch etwas überreagiert jetzt zum Notdienst zu gehen, abgesehen davon, dass ich da ja auch hinkommen müsste.... das ist nicht so einfach momentan 8) .


    Habt ihr Ideen oder Erfahrungen damit?


    Lieben Gruß
    Theechen

  • Hallo Theechen,


    Du hast absolut richtig vermutet, dass die starke Erhöhung des Cortisons zu diesem verschwommenem sehen geführt haben kann. Einen Uveitisschub kann man dennoch nicht völlig ausschließen. Wenn Du wegen dem Rheuma allerdings nicht zum Augendoc kannst, würde ich erst einmal ruhig abwarten.
    Ich hatte bei Erhöhung von der systemischen Cortisongabe damals auch dieses "Phänomen" bzw Nebenwirkung ;) Ggf kann sich aber Dein Augendruck erhöht haben oder ein medikamentöser Grauer Star da sein. Der Graue Star geht oft zurück nach absetzen bzw niedrigerer Dosierung. Bei einem Glaukom müsstest Du schauen wie hoch der Druck wäre. Aber ich denke mal, dass Du vom Gefühl her schon gut einschätzen kannst, ob es ein Glaukom seien könnte.


    LG Bianca

  • Hallo Bianca,


    Mensch, deine Antwort kam aber schnell. Erhöhung von Augeninnendruck ist ein guter Tipp, soweit ich weiß, merkt man den selbst in der Regel nicht. Aber da ich momentan aufgrund der vielen Medikamente einen sehr hohen Blutdruck, z.T. richtig Herzrasen habe, würde ich mich nicht wundern, wenn auch mein Augeninnendruck angestiegen wäre.


    Und du hast recht, ich traue mir inzwischen tatsächlich zu abzuschätzen, ob es eine Uveitis sein könnte. Und ich glaube nicht. Blöd nur, dass die intermediäre und hintere Uveitis bezüglich der Symptome nicht so eindeutig ist wie die vordere Uveitis. Aber da ich ja so hoch Kortison nehme, würde die richtig gut mitbehandelt werden. Daher mache ich mir diesbezüglich einfach mal keine Sorgen. Ich hab eh schon genug Baustellen.


    Mich beruhigt, dass du dieses Verschwommen-Sehen auch kennst. Hoffe, dir geht es soweit gut? Ist eine weitere Besserung eingetreten oder hält sich die Sehfähigkeit stabil?


    Herzlichen Gruß


    Theechen

  • Hallo Theechen,


    hab eben Deinen Beitrag gelesen und ich werf mal ne Vermutung in die Runde: falls du doch noch ab und an die Heizung an hast (der Frühling hat sich ja jetzt kurzzeitig wieder verabschiedet...) könnte das Verschwommensehen möglicherweise auch nur von trockenen Augen herrühren. Das kenn ich von mir auch, die Augen sind ja durch die Uveitis und etwaige Tropfen etc. sowieso schon dauerstrapaziert und die trockene Heizungsluft tut dann noch ihr Übriges dazu.
    Vielleicht trifft das ja bei dir zu, also nicht gleich immer ans Schlimmste denken (ich weiß, leichter gesagt als getan)


    Liebe Grüße und alles Gute


    Katze

  • Hallo Katze,


    nee, die Heizung ist schon aus, aber die Idee ist gut. Trockene Augen habe ich tatsächlich sehr stark seit den Uveitiden. Das kannte ich vorher nicht. Ich glaube ich hätte mir auch keine Gedanken gemacht, wenn ich nicht auch Doppelbilder sehen würde, das kenne ich zwar seit meiner letzten Uveitis, aber so extrem wie aktuell war es jetzt länger nicht. Aber da bei vielen meiner Medikamente als Nebenwirkung auch Auswirkungen auf das Sehvermögen beschrieben werden und sonst nach wie vor keine Uveitis-Symptome zu bemerken sind, setze ich das Ganze auf meine Beobachtungsliste. Es ist schon möglich, dass sich meine Linsentrübung verstärkt (wäre kein Wunder bei den Mengen Kortison), das würde das Verschwommensehen und auch die Doppelbilder erklären. Ich habe für Anfang April gleich mal einen Augenarzttermin vereinbart und sollten in der Klinik weitere Symptome auftreten, werde ich es einfach dort schon abklären lassen.


    Eigentlich denke ich gar nicht das schlimmste, aber ich lasse mich dann momentan doch relativ schnell verunsichern. Es sind einfach zu viele Symptome, ungeklärte Baustellen, so dass ich manchmal schon das Gefühl habe den Überblick zu verlieren und mir ganz komisch vorkomme, vielleicht ist man irgendwann auch hypersensibel und -aufmerksam auf jede Veränderung.


    Lieben Gruß
    Theechen

  • Hallo Theechen,


    Danke der Nachfrage, mir geht es unverändert gut und die Sehfähigkeit hat sogar noch zugenommen. Im Alltag ist mir das so gar nicht aufgefallen, erst beim Sehtest kam es raus.
    Ich würde die Sehprobleme so oder so in der Klinik auch ansprechen, einfach damit sie dort besser im Bild sind ggf. was die Medis betrifft.


    LG Bianca

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