Hallo und herzlich Willkommen,
zur Sehverschlechterung kann ich sagen, dass ich die immer habe, wenn ich eine Uveitis habe und durch das Tropfen von Cortison z.T. nur noch ca. 10% Sicht waren. Ich würde mir diesbezüglich keine GEdanken machen, sondern erst einmal warten, dass die Entzündung behandelt ist und abklingt und dann muss sich die Sehverschlechterung eigentlich mit der Zeit wieder geben. Was ich allerdings nicht genau weiß, ob bei mir die SEhverschlechterung sich auch in Dioptrien ausgedrückt hat, aber da ich sowieso mit -14 und -16 Dioptrien beehrt bin, hat mich das auch nicht so sehr beschäftigt. Wichtiger war für mich, dass ich von der SEhleistung wieder einigermaßen an die frühere rankomme. Allerdings hat sich mein betroffenes Auge auch um eine Dioptrie insgesamt verschlechtert.
Es hört sich so an, als wäre es evtl. sinnvoll mal einen systemischen Kortisonstoß zu starten, denn damit kann die Entzündung vielleicht schneller in den Griff bekommen werden. Bei mir hat das immer sehr geholfen, wenn ich mit dem Tropfen alleine nicht weiterkam und das hat die Situation seht stabilisiert. Aber ich würde dir empfehlen in eine nahe gelegene Uveitis-Sprechstunde zu gehen, wo ein absoluter Fachmann drauf schaut. Ich persönlich fühle mich damit inzwischen sicherer. Die niedergelassenen Augenärzte haben z.T. einfach nicht so viel Erfahrung mit der Behandlung von Uveitis, meine schickt mich im Ernstfall sowieso sofort in die Augenklinik. Wichtig ist, dass noch mal jemand draufschaut, der wirklich Erfahrung hat.
Zur chronischen Erkrankung kann ich beisteuern und auch z.B. zur Beantragung eines GdB aufgrund der Sehverschlechterung, dass du ab 3 Monaten zu chronisch Kranken zählst. Einen GdB kann man frühestens ab 6 Monaten beantragen. Aber das wird dir bei einer Iritis sowieso nur etwas bringen, wenn du auf längere Sicht nur noch eine Sehleistung von 0,3 (30%) oder weniger hast und das lohnt sich glaube ich erst bei nahezu Blindheit oder so starker Sehbehinderung, dass man auf viele Hilfsmittel angewiesen ist (Brille zählt da nicht, wenn du damit ausgleichen kannst). Eher so etwas wie Lupe, unterstützende Computertechnik zur Vergrößerung von Schrift etc. Du kannst mal nachschauen, es gibt im Netz Vorgaben, ab wieviel Prozent Restsehfähigkeit es wie viele Punkte beim GdB gibt. Es geht wirklich nur um die Feststellung der zurückgebliebenen Schäden und nicht um eine vorübergehende Einschränkung der Sehfähigkeit, die voraussichtlich innerhalb weniger Wochen oder Monate behoben sein wird. Google mal nach Gutachten, Richtlinien, GdB, Uveitis, dann findest du sicher etwas dazu.
Das ist für dich vielleicht jetzt eine desillusionierende Nachricht. Vor allem, wenn du bisher so gut gesehen hast, ist der Unterschied natürlich viel krasser, als für eine Blindschleiche wie mich, die Zeit ihres Lebens ohne Brille total aufgeschmissen war und eigentlich nur mit Kontaktlinsen nahezu die Sehschwäche ausgleichen kann.
Ich hoffe, die Situation stabilisiert sich bald bei dir und es geht voran. Priorität hat glaube ich wirklich die zweite Meinung von einem Experten, egal wie weit du dafür fahren musst.
Ich wünsche dir viel Erfolg und Durchhaltevermögen und dass ihr das jetzt schnell in den Griff bekommt
Theechen
Ps.s: ich habe jetzt den GdB beantragt, aber ich denke, dass meine Uveitis da nicht mit reinzählen wird, sondern v.a. die rheumatische und hochaktive ERkrankung.