Hallo Harry,
das hört sich nach einem nicht einfachen Verlauf an, schade, dass das MTX nicht sofort angeschlagen hat. Diesbezüglich möchte ich dir aber Mut machen, es ist häufig so, dass gerade solche Basismedikamente eine ganze Weile brauchen, bis sie die volle Wirkung entfalten. Natürlich ist es möglich, dass MTX bei dir nicht wirkt, aber da würde ich jetzt noch nicht die Flinte ins Korn werfen. Daher ist die Kombination mit Prednisolon sicher auch erst einmal eine ganz gute Lösung. Leider kann ich bzgl. MTX nicht aus eigener Erfahrung sprechen.Bei mir steht aber gerade auch MTX im Raum, da meine intermediäre und anteriore Uveitis immer wieder kommen und auch Komplikationen wie Veklebungen und Makulaödem aufgetreten sind. Das Sulfosalazin, was ich nehme, hat die Schübe bisher nicht verhindern können und immer wenn ich mit Prednisolon bei 10 oder 5mg angekommen war, ist ein neuer Schub aufgetreten. Das ist also ähnlich, wie bei dir. Daher muss ich jetzt auch schon wieder seit 4 Wochen einen Kortisonschub mit 75mg abwärts durchziehen und werde erst im Januar bei 7,5mg anlangen. Aber ich muss sagen, dass sich seit letzter Woche meine Sehkraft enorm verbessert hat und ich das Gefühl habe, dass auch das Makulaödem zurückgeht. Wie war denn die Wirkung der Kortisonstöße abgesehen von den anderen Nebenwirkungen? Doch wahrscheinlich schon recht gut oder? Die Frage von mir wäre, warum du nicht bei 2,5 bis 5mg Prednisolon Dauermedikation bleibst, wenn das das Auge stabil halten könnte. Oder habe ich das falsch verstanden? Vielleicht liegt der Fall anders, wenn man wie ich noch eine rheumatische Erkrankung hat, da war immer klar, dass ich bei einer Erhaltungsdosis von 5mg bleiben soll, aber wenn du mit MTX und 2,5/5 mg Prednisolon stabil bist und da ja die Nebenwirkungen noch nicht so stark sind wie ab 7,5mg Prednisolon, dann hast du ja eine wirkliche Alternative, bevor du vielleicht auf Biologika gehen musst oder Schädigungen im Auge entstehen, die nicht reversibel sind. Es ist ja so, dass der Körper normalerweise sowieso ca. 3mg Cortisol am Tag selbst produziert, da sind die 2,5/5mg nicht weit von entfernt und du bist unter der Cushing-Grenze.
Auf die Kortisonstöße hat mein Auge bisher immer sehr gut reagiert, daher nehme ich die Nebenwirkungen in Kauf. Angenehm ist es natürlich nicht, aber besser als das Augenlicht aufs Spiel zu setzen. Aber außer Bluthochdruck, Schlafstörungen und Unruhe/Nervosität, z.T. auch depressive Tendenzen habe ich da auch keine Nebenwirkungen und vertrage das Prednisolon vom Magen ganz gut. Ich kann verstehen, wenn du es herauszögerst und wünsche dir dass der Arbeitsversuch gut anläuft und du dann das Prednisolon gut verträgst.
MTX ist zudem ja auch nicht das Ende der Fahnenstange. Es gibt schlussendlich notfalls noch die Biologika, wobei die das Immunsystem stark herunterfahren und die Nebenwirkungen auch beachtlich sein können. Das will gut überlegt sein. In der Uveitissprechstunde vorletzte Woche wurde mir auch gesagt, dass man es erst mit MTX probiert, bevor man zu der letzten Stufe der Biologika übergeht, außer mein Rheuma verschlechtert sich wieder, da sind die Biologika sowieso schon seit Monaten im Gespräch.
Es ist halt eine elende Probiererei, bei der man viel Geduld aufbringen muss, das habe ich in den letzten sieben Monaten auch festgestellt. Und jeder unserer Fälle ist doch sehr individuell. Ich hoffe, die Geduld zahlt sich aus und das MTX entfaltet doch noch seine volle Wirkung! Lass wieder von dir hören, auch wie es mit dem Arbeiten läuft.
Viel Erfolg!
Theechen